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+++ Neue Lehrveranstaltungen im WS 18/19 online +++

 

 

 


Karlsruher Institut für Technologie

Fakultät für Architektur
arch.lab

Raum 018/Sekretariat 015
Campus Süd, Gebäude 11.40
Englerstrasse 11
76131 Karlsruhe

Kontakt:
Dr. Peter Zeile

Tel. 0721-608 42181
peter zeileQyy1∂kit edu

lab.arch.kit.edu


Sekretariat
Raum 015 / Gebäude 015 
Frau Schweitzer
Tel. 0721-608-42181
Fax 0721 – 608-46270 

Anfahrtskizze als pdf

 

Architektur und Atom

Grundlagen der Gestaltung zwischen Angst und Aufbruch

Dipl.-Ing. Manuela Gantner 

Institut Entwerfen, Kunst und Theorie (EKUT)

FG Architekturtheorie

freitags, 11.30 - 13.00 Uhr + Recherche- und Workshoptage freitags 9.00 - 16.30 Uhr

1. Treffen 20.10.17, 11.30 Uhr

Raum 258 (Geb. 20.40, 2. OG) + saai

manuela gantnerGro4∂kit edu

 

 

 

Der Philosoph Ernst Bloch betrachtete in seiner in den 1940er Jahren veröffentlichten Utopie „Das Prinzip Hoffnung“ die Atomenergie als Lösung jeglicher zivilisatorischer Zukunftssorgen. Doch der optimistische Blick auf die neuen technischen Möglichkeiten entpuppte sich als Januskopf: Einerseits symbolisierte die Atomkraft den alten Traum der Menschheit, ihre Abhängigkeit von der Natur endgültig zu überwinden. Andererseits entkam die Welt während des Wettrüstens im Kalten Krieg nur knapp den apokalyptischen Folgen eines globalen Atomkriegs.

 

 

Inmitten dieser Atmosphäre zwischen Angst und Aufbruch setzte man in der Karlsruher Architekturausbildung auf Kontinuität. Neben Egon Eiermann, einem der wichtigsten Protagonisten der deutschen Nachkriegsmoderne, führte der Grafiker und Architekt Rolf Lederbogen die Ideale der Moderne in der Lehre fort. An das methodische Erbe des Bauhauses anknüpfend, bewegte sich Lederbogen sowohl in seinem Werk als auch in der eng damit verwobenen Grundlagenlehre im interdisziplinären Feld von Kunst, Wissenschaft und Technik. Er gestaltete Ausstellungen, Broschüren und Signets zur friedlichen Nutzung der Atomenergie. Was auf der einen Seite der Aufklärung dienen sollte, bedeutete auf der anderen Seite eine Ästhetisierung einer der gefährlichsten Technologien. Doch welchen Einfluss hatte die Atomlobby auf Kunst, Design und Architektur? Inwieweit spiegelte sich das technische Fortschrittsdenken in der Karlsruher Architekturfakultät — methodisch, konzeptionell, konstruktiv, ästhetisch? Und wie ausgeprägt war das utopische Denken in der Lehre?

 

 

Das Seminar ist als Forschungsseminar konzipiert. Ausgehend von Material aus dem Archiv von Rolf Lederbogen stehen zeitgenössische und historische Theorien, Bilder und Fragestellungen zur Kulturgeschichte der Atomenergie in Architektur, Kunst, Wissenschaft und Technologie im Vordergrund.

 

Ablaufplan:

20.10.17      Einführung     

 

I                  Atomzeitalter ­– zwischen Angst und Aufbruch
  Atom in Philosophie, Literatur, Politik, Gesellschaft

27.10.17      Lektüre

03.11.17      Lektüre

 

II                 Atombilder – zwischen Pop, Pädagogik und Propaganda

10.11.17      Das Medium und die Botschaft

16.11.17      Filmabend

17.11.17      Ästhetisierung von Technik

 

III               Geist der Moderne – vom Wunsch nach radikaler menschlichen Autonomie

24.11.17      Gestaltung für eine bessere Gesellschaft

02.12.17      Workshop ARCH+ projekt bauhaus

03.12.17      Ausstellung HKW Berlin Parapolitik: Kulturelle Freiheit und Kalter Krieg

08.12.17      Das Atom in der Architektur

15.12.17      Zusammenhänge, Abhängigkeiten, Interferenzen

 

III               Grundlagen der Gestaltung  – vom Bauhaus zum Design Research

12.01.18      Recherche saai

19.01.18      Recherche saai

26.01.18      Recherche saai

02.02.18      Gespräch und Gäste

09.02.18      Fazit