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OPERATIVE SPACE: Entwerfen unter Laborbedingungen, Experimentalsysteme als Generator von räumlichen Strukturen

Tim Panzer, Deutsch

 

Architektur wird bestimmt durch Parameter. Der Entwurf kann dabei als die Verhandlung und Bindung verschiedener Einflussgrößen, von Ökonomie und rechtlichen Bedingungen über Klima, Programm, Kontext, Materialität, Ausdruck und Atmosphäre in eine architektonische Form gesehen werden. Im Entwurfsprozess werden die Parameter in räumliche Strukturen, Typologien, Konstruktionsprinzipien und formale Strategien übersetzt und sind damit tief in die DNA von jedem Gebäude eingeschrieben.

Besonders gute Gebäude werden mit der Zeit zu Referenzen und sind ein wesentlicher Teil des architektonischen Wissens. Das in ihnen enthaltende architektonische Repertoire ist ein Anknüpfungspunkt, von dem aus in Verbindung mit aktuellen Parametern und Fragestellungen neue Entwurfsansätze entwickelt werden können.

Unter dieser Prämisse soll in dem Seminar Operative Space eine Entwurfssituation hergestellt werden, in der durch die Veränderung und die Manipulation von definierten Parametern ausgewählter Referenzgebäude, neue räumliche Strukturen generiert werden können. In Anlehnung an den Aufbau von naturwissenschaftlichen Experimentalsystemen, sollen dabei Bedingungen erzeugt werden, unter denen unerwartete und im besten Fall nicht vorwegnehmbare Resultate erzeugt werden können.

Da die komplexen Wechselwirkungen und Abhängigkeiten von einzelnen Parametern untereinander und deren Auswirkungen auf das Ergebnis in einer realen Entwurfssituation nur schwer nachvollziehbar und kaum steuerbar sind, wird bei der Untersuchung zunächst eine Beschränkung auf wenige ausgewählte Aspekte vorgenommen, die aus ihrem Gesamtzusammenhang extrahiert werden. Der Entwurfsprozess wird sozusagen unter Laborbedingungen durchgeführt.