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Entwerfen, Zeichnen und Vermessen im Frühmittelalter

Praktische Forschung an der Pfalz Ingelheim
Dipl. Ing. Katharina Peisker, Fachgebiet Baugeschichte, Prof. i. V. Dr.- Ing. Joaquín Medina Warmburg
mittwochs, 9.45 – 11.15 Uhr 

3 Forschungsblöcke à 4 Stunden (12.12., 19.12.,23.01.)

1 Forschungsblock (9.1.) im Rahmen einer Tagesexkursion nach Ingelheim

Raum 015/Englerstraße 7, Fachgebiet Baugeschichte
12 Plätze

 

Die Pfalz in Ingelheim ist eine repräsentative Palastanlage, die um 800 unter Karl dem Großen gegründet wurde und den mittelalterlichen Königen als Wohn- und Regierungsstützpunkt diente. Die Ingelheimer Pfalz hat eine geometrische Konzeption: Die Einzelgebäude wurden in zwei einfache Formen – ein fast quadratisches Rechteck und einen Halbkreis – eingeschrieben.

 

Diese Anlage steht im Fokus des Seminars, deren Grundriss zu Fragen der Bauplanung untersucht wird: Welche Entwurfsprinzipien liegen der Pfalz Ingelheim zu Grunde? Sind die vorhandenen Gebäudegeometrien und -symmetrien Nachweis für nicht mehr erhaltene Planzeichnungen? Mit welcher Genauigkeit wurden die Gebäudegeometrien der Pfalzanlage realisiert? Gibt es Hinweise auf verwendete Maßsysteme? Welche Vermessungswerkzeuge waren für das Abstecken erforderlich?

 

Arbeitsgrundlage ist ein digitaler Gesamtplan, der die während einer ca. 100-jährigen Forschungsgeschichte in vielen Grabungsflächen angetroffenen Fundamentreste verortet, so dass die wichtigsten Einzelgebäude im Grundriss rekonstruiert werden können und ihre Lage und Abmessungen feststehen.

 

Diese Forschungsarbeit an der Ingelheimer Pfalz,  an der in 2er-Gruppen  und gemeinsam in einem Raum gearbeitet wird (Forschungsblöcke), ist die zweite Phase des Seminars (Forschungsphase). In der ersten Phase arbeiten wir uns durch das Untersuchen zeitgenössischer Beispiele in die Themen des Zeichnens, Entwerfens und Vermessens im Frühmittelalter ein. Die Studierendengruppe wird dabei als Forschergruppe verstanden:

Die einzelnen Kurzvorträge der Phase 1 ergeben ein gemeinsames Arbeitshandbuch, das als Arbeitsgrundlage für die Phase 2 dient.

 

Bearbeitungsform und Abgabeleistungen

Teil 1: Seminar, Einzelarbeit (Literaturrecherche, Kurzvortrag und Handout)

Teil 2:  Forschungsarbeit, Gruppenarbeit (schriftlich/zeichnerische Darstellung der Forschungsergebnisse; Abschlusspräsentation und Hausarbeit)

Mit Pflichtexkursion, CAD-Kenntnisse erforderlich.

Für die Gruppenarbeit ist jeweils ein Laptop mit CAD-Software erforderlich.

Das Seminar steht Studierenden der Kunstgeschichte offen.